Monatlicher Archiv: Oktober 2016

Stundenverrechnungssätze

Ob die Alternativwerkstatt, auf die der gegnerische Versicherer verweist, für den Geschädigten noch mühelos und ohne weiteres erreichbar ist, ist grundsätzlich anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls zu entscheiden. Danach steht selbst eine Entfernung des Referenzbetriebs von mindestens 19 km vom Wohnsitz des Geschädigten einer Zumutbarkeit nicht entgegen, wenn sich die Werkstatt noch im Hamburger […]

Parkplatzunfall

Ein Parkplatzgelände dient in erster Linie dem ruhenden Verkehr, weshalb die Regel „rechts vor links“ allenfalls mittelbar Anwendung findet. Vielmehr sind die dortigen Verkehrsteilnehmer dem Gebot wechselseitiger Rücksichtnahme unterworfen. Kommt es zur Kollision zwischen einem die Parkgasse befahrenden Pkw mit einem von links über mehrere freie Parktaschen in einem spitzen Winkel einfahrenden Fahrzeug, ist eine […]

Alleinhaftung des Auffahrenden bei Dreierkonstellation

Gemäß § 4 Abs. 1 StVO ist der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug so zu halten, dass auch dann ohne Kollision angehalten werden kann, wenn das voranfahrende Fahrzeug plötzlich gebremst wird. Denkbar ist eine Erschütterung dieses Anscheinsbeweises, wenn das Fahrzeug des Vordermannes auf ein für den Hintermann nicht erkennbares Hindernis aufprallt und es dadurch zu einer […]

Unfall beim Ein- bzw. Aussteigen

Wer in ein Fahrzeug ein- oder aussteigt, hat sich nach § 14 StVO so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Bleibt unbewiesen, dass der im fließenden Verkehr Fahrende vor der Kollision den erforderlichen Seitenabstand zum Fahrbahnrand unterschritten hat, haftet der Türöffner allein.   Amtsgericht Lüneburg, Urteil vom 27.09.2016 – 39 C 63/16

Unfall auf einem Parkplatz

Kommt es auf einem Parkplatzgelände zwischen einem bereits in eine Parktasche eingeparkten KFz-Fahrer, der zum Aussteigen seine Tür öffnet, und einem in die benachbarte Parkbox rückwärts einfahrenden Pkw zur Kollision, ist eine hälftige Schadenteilung angezeigt.   Amtsgericht Hamburg-Barmbek, Urteil vom 30.09.2016 – 814 C 39/16